Leben und Tod Konigs Richard des zweyten | Page 9

William Shakespeare
Neptuns zur��kschl?gt, ist auf eine sch?ndliche Art in Fesseln von Pergament geworfen, und die Besiegerin andrer V?lker hat eine schaamvolle Eroberung von sich selbst gemacht.* O! m?chte diese Schmach mit meinem Leben sich enden, wie gl��klich w?re mein Tod!
{ed.-* Was f��r eine Rede in dem Mund eines alten sterbenden Prinzen, der sich ��ber Engbr��stigkeit und kurzen Athem beklagt! Indessen war dieses sch��lerhafte rhetorische Gew?sche, diese auf einander geh?uften, ��bel zusammenpassenden Metaphern, und diese abmattenden Tautologien, die allgemeine Mode in unsere Autors Zeit.}

Zweyte Scene. (K?nig Richard, die K?nigin, Aumerle, Buschy, Green, Bagot, Ro? und Willoughby zu den Vorigen.)
York. Der K?nig ist gekommen; gehet sanft mit seiner Jugend zu Werke; junge feurige F��llen, wenn sie aufgebracht werden, rasen nur desto mehr.
K?nigin. Wie steht es um unsern edeln Oheim Lancaster?
K?nig Richard. Wie steht's Mann? Was macht der alte Gaunt?
Gaunt. O dieser Name schikt sich f��r meinen Zustand!* Ja wohl der alte Gaunt, und nichts als Haut und Knochen (Gaunt) vor Alter! Der Kummer in mir, hat eine verdrie?liche Fasten gehalten, und wer wird nicht mager, der sich des Fleisches enthalten mu?? Lange hab' ich f��r das schlafende England gewacht, und Wachen zehrt ab und macht mager. Das Vergn��gen wovon einige V?ter sich n?hren, der Anblik meiner Kinder ist mir g?nzlich untersagt; und die Fasten, die du mir hierinn auferlegt hast, hat mich ganz mager gemacht, mager f��r das Grab, mager wie ein Grab, dessen holer Leib nichts als Knochen enth?lt.
{ed.-* Alle diese Wortspiele, die in dem Mund eines Tertianers kindisch w?ren, und in dem Mund eines Sterbenden unertr?glich sind, gr��nden sich auf die Bedeutung des Namens Gaunt, der im Englischen so viel hei?t als mager, abgezehrt, der nur noch Haut und Knochen hat.}
K?nig Richard. K?nnen kranke Leute so spizf��ndig mit Worten spielen?
Gaunt. Nein, aber Elend hat keine andre Kurzweile, als ��ber sich selbst zu spotten. [Weil du meinen Namen in mir zu t?dten suchst, so spotte ich meines Namens, Grosser K?nig, um dir zu schmeicheln.**
{ed.-** Die Zeilen, die hier und in der Folge in [ ] eingeschlossen sind, sind im Original in Reimen.}
K?nig Richard. Sollen sterbende Leute den lebenden schmeicheln?
Gaunt. Nein, nein, die lebenden Leute schmeicheln den Sterbenden.
K?nig Richard. Du, ein Sterbender, sagst ja, du schmeichelst mir.
Gaunt. O nein, du stirbst, ob ich gleich kr?nker bin.
K?nig Richard. Ich bin gesund, ich athme, und sehe da? du ��bel bist.
Gaunt. O! der, der mich erschuf, wei? es, da? ich Dich ��bel sehe.] Mir ist f��r mich selbst ��bel, aber gar zu ��bel, indem ich dich ansehe. Dein Todbette ist nichts geringers als dein Land, worinn du an deinem Ruhm krank ligst; und du, allzunachl??iger Patient, ��bergiebst deine gesalbte Person den nemlichen ?rzten zu heilen, die dich krank gemacht haben. Tausend Schmeichler sizen um den Cirkel deiner Crone herum, und ob dieser Cirkel gleich nicht gr?sser ist als dein Haupt, so verliehrst du doch mit ihm dein ganzes Land, welches er umspannt. O h?tte dein Gro?vater mit dem Aug' eines Propheten vorhersehen k?nnen, da? seines Sohns Sohn seine S?hne zu Grund richten w��rde, er w��rde dir's unm?glich gemacht haben, dich selbst so zu entehren, indem er dich vor deiner Einsezung entsezt h?tte, dich, der izt eingesezt ist, um sich selbst zu entsezen. Wie? Vetter! w?rest du Herr der ganzen Welt, so w?r' es dir doch schimpflich dein Land zu verpachten; aber da deine ganze Welt in diesem einzigen Lande besteht, ist es nicht mehr als Schande, es so zu entehren? Landsa? von England bist du, nicht K?nig. Deine gesezm??ige Oberherrlichkeit ist eine Leibeigne des Gesezes, und du--
K?nig Richard. Und du, ein monds��chtiger aberwiziger Narr, der auf das Privilegium eines Fiebers hin, sich erfrecht, mit deinen kalten Erinnerungen unsre Wange bla? zu machen, und das k?nigliche Blut mit Ungest��m von seinem nat��rlichen Siz zu treiben. Nun, bey der Majest?t meines angestammten Throns, w?rst du nicht ein Bruder von dem Sohne des grossen Eduard, die Zunge, die so frey in deinem Kopf herum rennt, sollte deinen Kopf von deinen unehrw��rdigen Schultern herunter rennen.
Gaunt. O schone meiner nicht, meines Bruder Edward's Sohn, weil ich seines Vater Edwards Sohn war. Das Blut das ich von ihm habe, hast du l?ngst wie ein Pelican, ausgezapft, und in trunknem Muth verschmau?t. Mein Bruder Glocester, eine aufrichtige, wohlgesinnte Seele, (gl��klich m?ge sie unter des Himmels seligen Geistern seyn!) hat schon zum Beyspiel dienen m��ssen, wie wenig du Bedenken tr?gst, Edwards Blut zu vergiessen. Vereinige dich immerhin mit meiner Krankheit, und brich durch deine Hartherzigkeit eine vorhin schon welke Blume ab! Leb' in deiner Schande, aber deine Schande sterbe nicht mit dir! Und m?gen diese meine lezten Worte k��nftig deine Peiniger seyn! Tragt mich in mein Bette, und dann in mein Grab. Die m?gen leben, die Liebe und Ehre haben!
(Er wird hinweg getragen.)
K?nig Richard. Und la?t die sterben, die Alter und Launen haben; du hast beydes, und beydes geh?rt in ein Grab.
York. Ich bitte
Continue reading on your phone by scaning this QR Code

 / 32
Tip: The current page has been bookmarked automatically. If you wish to continue reading later, just open the Dertz Homepage, and click on the 'continue reading' link at the bottom of the page.