Kind noch war sie, als Sie gingen,?Das gro?e Heer dem Kaiser aufzurichten.?Hernach, als Sie vom Feldzug heimgekehrt?Aus Pommern, war die Tochter schon im Stifte,?Wo sie geblieben ist bis jetzt.
Wallenstein.
Indes?Wir hier im Feld gesorgt, sie gro? zu machen,?Das h?chste Irdische ihr zu erfechten,?Hat Mutter Natur in stillen Klostermauern?Das Ihrige getan, dem lieben Kind?Aus freier Gunst das G?ttliche gegeben?Und führt sie ihrem gl?nzenden Geschick?Und meiner Hoffnung sch?n geschmückt entgegen.
Herzogin. (zur Prinzessin)
Du h?ttest deinen Vater wohl nicht wieder?Erkannt, mein Kind? Kaum z?hltest du acht Jahre,?Als du sein Angesicht zuletzt gesehn.
Thekla.
Doch, Mutter, auf den ersten Blick--mein Vater?Hat nicht gealtert--Wie sein Bild in mir gelebt,?So steht er blühend jetzt vor meinen Augen.
Wallenstein. (zur Herzogin)
Das holde Kind! Wie fein bemerkt und wie?Verst?ndig! Sieh, ich zürnte mit dem Schicksal,?Da? mir's den Sohn versagt, der meines Namens?Und meines Glückes Erbe k?nnte sein,?In einer stolzen Linie von Fürsten?Mein schnell verl?schtes Dasein weiter leiten.?Ich tat dem Schicksal Unrecht. Hier auf dieses?Jungfr?ulich blühende Haupt will ich den Kranz?Des kriegerischen Lebens niederlegen;?Nicht für verloren acht ich's, wenn ich's einst,?In einen k?niglichen Schmuck verwandelt,?Um diese sch?ne Stirne flechten kann.
(Er h?lt sie in seinen Armen, wie Piccolomini hereintritt.)
Vierter Auftritt
Max Piccolomini und bald darauf Graf Terzky zu den Vorigen.
Gr?fin.
Da kommt der Paladin, der uns beschützte.
Wallenstein.
Sei mir willkommen, Max. Stets warst du mir?Der Bringer irgendeiner sch?nen Freude,?Und, wie das glückliche Gestirn des Morgens,?Führst du die Lebenssonne mir herauf.
Max.
Mein General--
Wallenstein.
Bis jetzt war es der Kaiser,?Der dich durch meine Hand belohnt. Heut hast du?Den Vater dir, den glücklichen, verpflichtet,?Und diese Schuld mu? Friedland selbst bezahlen.
Max.
Mein Fürst! Du eiltest sehr, sie abzutragen.?Ich komme mit Besch?mung, ja mit Schmerz;?Denn kaum bin ich hier angelangt, hab Mutter?Und Tochter deinen Armen überliefert,?So wird aus deinem Marstall, reich geschirrt,?Ein pr?cht'ger Jagdzug mir von dir gebracht,?Für die gehabte Müh' mich abzulohnen.?Ja, ja, mich abzulohnen. Eine Müh',?Ein Amt blo? war's! Nicht eine Gunst, für die?Ich's vorschnell nahm und dir schon volles Herzens?Zu danken kam--Nein, so war's nicht gemeint,?Da? mein Gesch?ft mein sch?nstes Glück sein sollte!
(Terzky tritt herein und übergibt dem Herzog Briefe, welche
dieser schnell erbricht.)
Gr?fin. (zu Max)
Belohnt er Ihre Mühe? Seine Freude?Vergilt er Ihnen. Ihnen steht es an,?So zart zu denken; meinem Schwager ziemt's,?Sich immer gro? und fürstlich zu beweisen.
Thekla.
So mü?t' auch ich an seiner Liebe zweifeln,?Denn seine gütigen H?nde schmückten mich,?Noch eh' das Herz des Vaters mir gesprochen.
Max.
Ja, er mu? immer geben und beglücken!?(er ergreift der Herzogin Hand, mit steigender W?rme.)
Was dank ich ihm nicht alles--oh! was sprech ich?Nicht alles aus in diesem teuren Namen Friedland!?Zeitlebens soll ich ein Gefangner sein?Von diesem Namen--darin blühen soll?Mir jedes Glück und jede sch?ne Hoffnung--?Fest, wie in einem Zauberringe, h?lt?Das Schicksal mich gebannt in diesem Namen.
Gr?fin. (welche unterdessen den Herzog sorgf?ltig beobachtet,
bemerkt, da? er bei den Briefen nachdenkend geworden). Der Bruder will allein sein. La?t uns gehen.
Wallenstein. (wendet sich schnell um, fa?t sich und spricht
heiter zur Herzogin.)?Noch einmal, Fürstin, hei? ich Sie im Feld willkommen. Sie sind die Wirtin dieses Hofs--Du, Max,?Wirst diesmal noch dein altes Amt verwalten,?Indes wir hier des Herrn Gesch?fte treiben.
(Max Piccolomini bietet der Herzogin den Arm, Gr?fin führt die
Prinzessin ab.)
Terzky. (ihm nachrufend)
Vers?umt nicht, der Versammlung beizuwohnen.
Fünfter Auftritt
Wallenstein. Terzky.
Wallenstein. (in tiefem Nachdenken zu sich selbst)
Sie hat ganz recht gesehn--So ist's und stimmt?Vollkommen zu den übrigen Berichten--?Sie haben ihren letzten Schlu? gefa?t?In Wien, mir den Nachfolger schon gegeben.?Der Ungarn K?nig ist's, der Ferdinand,?Des Kaisers S?hnlein, der ist jetzt ihr Heiland,?Das neu aufgehende Gestirn! Mit uns?Gedenkt man fertig schon zu sein, und wie?Ein Abgeschiedner sind wir schon beerbet.?Drum keine Zeit verloren!
(Indem er sich umwendet, bermerkt er den Terzky und gibt ihm
einen Brief.)
Graf Altringer l??t sich entschuldigen,
Auch Gallas--Das gef?llt mir nicht.
Terzky.
Und wenn du?Noch l?nger s?umst, bricht einer nach dem andern.
Wallenstein.
Der Altringer hat die Tiroler P?sse,?Ich mu? ihm einen schicken, da? er mir?Die Spanier aus Mailand nicht hereinl??t.?--Nun! der Sesin, der alte Unterh?ndler,?Hat sich ja kürzlich wieder blicken lassen.?Was bringt er uns vom Grafen Thurn?
Terzky.
Der Graf entbietet dir,?Er hab' den schwed'schen Kanzler aufgesucht?Zu Halberstadt, wo jetzo der Konvent ist:?Der aber sagt' , er sei es müd und wolle?Nichts weiter mehr mit dir zu schaffen haben.
Wallenstein.
Wieso?
Terzky.
Es sei dir nimmer Ernst mit deinen Reden,?Du wollst die Schweden nur zum Narren haben,?Dich mit den Sachsen gegen sie verbinden,?Am Ende sie mit einem elenden Stück Geldes?Abfertigen.
Wallenstein.
So! Meint er wohl, ich soll ihm?Ein sch?nes deutsches Land zum Raube geben,?Da? wir zuletzt auf eignem Grund und Boden?Selbst nicht mehr Herren sind? Sie müssen fort,?Fort, fort! Wir brauchen keine solche Nachbarn.
Terzky.
G?nn ihnen doch das Fleckchen Land, geht's ja?Nicht von dem deinen! Was bekümmert's dich,?Wenn du das Spiel gewinnest, wer es zahlt.
Wallenstein.
Fort, fort mit ihnen--das verstehst du nicht.?Es soll nicht von mir hei?en, da? ich Deutschland?Zerstücket hab', verraten an den Fremdling,?Um meine Portion mir zu erschleichen.?Mich soll das Reich als seinen Schirmer ehren,?Reichsfürstlich mich erweisend, will ich würdig?Mich bei des Reiches Fürsten niedersetzen.?Es soll im Reiche keine fremde Macht?Mir Wurzel fassen, und am wenigsten?Die Goten sollen's, diese Hungerleider,?Die nach dem Segen unsers deutschen Landes?Mit Neidesblicken raubbegierig schauen.?Beistehen

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